Ratgeber

Ahrefs Tutorial

In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige zum Thema Ahrefs Tutorial – praxisnah, aktuell und mit klarem Fokus auf lokale Sichtbarkeit.

Ahrefs gehört zu den leistungsfähigsten SEO-Tools auf dem Markt – doch wer es zum ersten Mal öffnet, steht vor einer Fülle an Daten, Berichten und Funktionen, die schnell überwältigend wirken können. Dieses Tutorial zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ahrefs sinnvoll einsetzen: von der ersten Keyword-Recherche über die Backlink-Analyse bis hin zur Wettbewerbsbeobachtung. HEEY nutzt Ahrefs täglich in der SEO-Arbeit für Kunden im Rhein-Main-Gebiet und gibt hier praxisnahes Wissen weiter, das direkt umsetzbar ist.

Was Ahrefs kann – und was es nicht kann

Ahrefs ist primär ein Backlink-Analyse-Tool, hat sich aber zu einer vollständigen SEO-Suite entwickelt. Der Site Explorer analysiert jede Domain oder URL auf Backlinks, organischen Traffic und rankende Keywords. Der Keywords Explorer liefert Suchvolumen, Keyword-Difficulty und Traffic-Potenzial für nahezu jede Sprache und Region. Dazu kommen Site Audit, Content Explorer und Rank Tracker.

Was Ahrefs nicht leistet: Es ersetzt keine technische Analyse durch Entwickler:innen, liefert keine Echtzeit-Daten aus der Google Search Console und gibt keine Garantie für absolute Traffic-Zahlen. Die angezeigten Werte sind Schätzungen auf Basis des Ahrefs-Crawlers – nützlich als Orientierung, aber nicht als exakte Messung zu verstehen. Wer das weiß, arbeitet effizienter mit dem Tool.

Einstieg: Dashboard und Navigation verstehen

Nach dem Login landen Sie im Ahrefs-Dashboard. Hier sehen Sie eine Übersicht Ihrer gespeicherten Projekte sowie Schnellzugriffe auf die einzelnen Tools. Bevor Sie loslegen, legen Sie ein Projekt für Ihre eigene Domain an – das aktiviert den Rank Tracker und den Site Audit. Tragen Sie dazu Ihre Domain, Ihre Zielregion (z. B. Deutschland) und Ihre wichtigsten Keywords ein.

Die Navigation folgt einer klaren Logik: Links finden Sie die Tool-Auswahl, oben die Suchleiste für schnelle Domain- oder URL-Abfragen. Wer Ahrefs für lokale SEO einsetzt – etwa für ein Unternehmen in Mainz, Darmstadt oder dem Wiesbadener Stadtteil Biebrich – sollte von Anfang an auf die korrekte Länder- und Spracheinstellung achten, damit Suchvolumen und Difficulty-Werte zur tatsächlichen Zielgruppe passen.

Keyword-Recherche mit dem Keywords Explorer

Der Keywords Explorer ist der Startpunkt für jede inhaltliche SEO-Strategie. Geben Sie einen Suchbegriff ein, wählen Sie die Suchmaschine (Google) und das Land (Deutschland), und Sie erhalten sofort Kerndaten: monatliches Suchvolumen, Keyword Difficulty (KD), Klickrate und Traffic-Potenzial. Besonders wertvoll ist die Unterscheidung zwischen Suchvolumen und Traffic-Potenzial: Das Traffic-Potenzial zeigt, wie viel Gesamttraffic die aktuelle Nummer-eins-Seite für dieses Keyword und alle verwandten Begriffe erhält – ein realistischerer Indikator als das reine Suchvolumen.

Für lokale Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet lohnt es sich, gezielt mit ortsbezogenen Modifikatoren zu arbeiten. Ein Steuerberater in Wiesbaden sucht nicht nur nach „Steuerberater“, sondern nach Kombinationen wie „Steuerberater Wiesbaden Nordstadt“ oder „Steuererklärung Unternehmen Rheingau-Taunus“. Der Keywords Explorer zeigt über die Funktion „Matching terms“ und „Related terms“ alle semantisch verwandten Varianten – das ist die Basis für eine vollständige Keyword-Architektur.

Ein häufiger Fehler: Anfänger:innen filtern ausschließlich nach hohem Suchvolumen. Dabei sind Keywords mit KD unter 20 und klarer Suchintention oft die wertvolleren Einstiegspunkte, weil die Konkurrenz überschaubar ist und erste Rankings schneller erreichbar sind.

Backlink-Analyse mit dem Site Explorer

Der Site Explorer ist das Herzstück von Ahrefs. Geben Sie eine Domain ein, und Sie sehen sofort: Anzahl der verlinkenden Domains (Referring Domains), Gesamtzahl der Backlinks, Domain Rating (DR) und den geschätzten organischen Traffic. Für die Backlink-Analyse ist die Ansicht „Referring domains“ relevanter als die reine Backlink-Zahl, weil 1.000 Links von einer einzigen Domain weit weniger wert sind als 100 Links von 100 verschiedenen Domains.

Schauen Sie sich im Backlink-Profil besonders die Ankertexte an. Ein natürliches Profil enthält eine Mischung aus Markennamen, generischen Begriffen und themenrelevanten Keywords. Wenn Sie feststellen, dass 80 % aller Ankertexte dasselbe exakte Keyword enthalten, ist das ein Warnsignal – sowohl für die eigene Domain als auch beim Analysieren von Wettbewerbern. Für Unternehmen aus dem Rhein-Main-Raum, die lokale Verlinkungen anstreben, bietet der Filter nach „Link type: Dofollow“ kombiniert mit einer deutschen Top-Level-Domain eine gute Ausgangsbasis.

Wettbewerbsanalyse: Was rankt die Konkurrenz?

Eine der nützlichsten Funktionen in Ahrefs ist die Content Gap-Analyse. Sie zeigen dem Tool zwei oder mehr Wettbewerber-Domains und Ihre eigene Domain – Ahrefs listet dann alle Keywords, für die Ihre Konkurrenten ranken, Sie aber nicht. Das ist keine abstrakte Übung: Ein Immobilienmakler in Wiesbaden kann so exakt sehen, welche Stadtteile, Objekttypen oder Beratungsthemen Mitbewerber aus Frankfurt oder Mainz bereits abdecken.

Ergänzend lohnt die Funktion „Top pages“ im Site Explorer. Sie zeigt, welche Unterseiten einer Wettbewerber-Domain den meisten organischen Traffic generieren. Daraus lassen sich direkte Schlüsse ziehen: Welche Inhaltsformate funktionieren in dieser Branche? Welche Fragen beantwortet die Konkurrenz, die Sie noch nicht adressiert haben? Diese Erkenntnisse fließen direkt in die Content-Planung ein.

Site Audit: Technische SEO-Probleme finden

Der Site Audit crawlt Ihre gesamte Website und kategorisiert Fehler, Warnungen und Hinweise. Die wichtigsten Kategorien im Überblick:

  • Fehler (Errors): Broken Links, fehlende Meta-Titles, Seiten mit HTTP-Statuscode 4xx oder 5xx – diese müssen zuerst behoben werden.
  • Warnungen (Warnings): Doppelte Title-Tags, fehlende Alt-Texte bei Bildern, zu lange oder zu kurze Meta-Descriptions – relevant, aber nicht akut kritisch.
  • Hinweise (Notices): Seiten ohne interne Verlinkung, langsame Ladezeiten, fehlende strukturierte Daten – mittelfristig zu adressieren.

Besonders für Websites mit vielen Unterseiten – etwa Onlineshops oder Dienstleistungsportale mit regionalen Landingpages für Wiesbaden, Frankfurt, Mainz und Darmstadt – ist ein regelmäßiger Audit unverzichtbar. Ahrefs ermöglicht es, Audits zu planen und automatisch wöchentlich oder monatlich durchzuführen, sodass neue Fehler nicht unbemerkt bleiben.

Rank Tracker: Rankings im Blick behalten

Der Rank Tracker verfolgt die Positionen Ihrer Keywords über Zeit. Sie können Keywords in Gruppen organisieren – etwa nach Thema, Standort oder Seitentyp – und sehen auf einen Blick, wie sich Ihre Sichtbarkeit entwickelt. Wichtig: Tragen Sie nicht nur Ihre Haupt-Keywords ein, sondern auch Long-Tail-Varianten und lokale Begriffe. Ein Handwerksbetrieb aus dem Rheingau-Taunus-Kreis profitiert davon, sowohl „Elektriker Eltville“ als auch „Elektroinstallation Rüdesheim“ im Tracker zu haben.

Eine häufige Fehlannahme ist, dass Rankings täglich schwanken und jede Veränderung sofortige Maßnahmen erfordert. Ahrefs zeigt im Rank Tracker historische Daten, die helfen, echte Trends von kurzfristigen Schwankungen zu unterscheiden. Erst wenn ein Keyword über mehrere Wochen kontinuierlich verliert, ist eine inhaltliche oder technische Überprüfung der entsprechenden Seite sinnvoll.

Content Explorer: Themen und Linkquellen entdecken

Der Content Explorer durchsucht den Ahrefs-Index nach Inhalten zu einem bestimmten Thema und zeigt, welche Artikel die meisten Backlinks, Shares und organischen Traffic erhalten haben. Das ist für die Content-Strategie in zweierlei Hinsicht nützlich: Erstens erkennen Sie, welche Inhaltsformate und Winkel in Ihrer Branche tatsächlich Aufmerksamkeit erzeugen. Zweitens identifizieren Sie potenzielle Linkquellen – Websites, die bereits über ähnliche Themen berichten und möglicherweise auch auf Ihren Inhalt verlinken würden.

Für lokale Themen im Rhein-Main-Gebiet ist der Content Explorer besonders hilfreich, wenn Sie nach regionalen Publikationen, Branchenblogs oder Stadtmagazinen suchen, die als Linkpartner in Frage kommen. Filtern Sie nach Sprache (Deutsch), Domain Rating (z. B. DR 20–60) und Datum (letzte 12 Monate), um aktive, relevante Quellen zu finden – das spart erheblich Zeit gegenüber manueller Recherche.

Typische Fehler beim Einsatz von Ahrefs vermeiden

Wer Ahrefs neu nutzt, tappt in einige wiederkehrende Fallen. Die häufigsten sind:

  • DR mit Linkqualität gleichsetzen: Ein hohes Domain Rating bedeutet nicht automatisch, dass ein Link von dieser Domain wertvoll ist. Relevanz und thematische Nähe sind ebenso entscheidend.
  • Keyword Difficulty als absoluten Wert verstehen: KD 30 kann für eine gut etablierte Domain leicht erreichbar sein, für eine neue Website aber unerreichbar. Immer im Kontext der eigenen Domain-Stärke bewerten.
  • Zu viele Keywords gleichzeitig tracken: Das verleitet dazu, sich zu verzetteln. Besser: 20–30 strategisch wichtige Keywords intensiv beobachten als 300 oberflächlich.
  • Site Audit einmalig durchführen: SEO ist kein einmaliges Projekt. Technische Fehler entstehen laufend – durch CMS-Updates, neue Inhalte oder Serverprobleme. Regelmäßige Audits sind Pflicht.
  • Wettbewerber falsch auswählen: Im Ahrefs-Kontext sind Ihre SEO-Wettbewerber jene Domains, die für dieselben Keywords ranken – nicht unbedingt Ihre direkten Geschäftskonkurrenten. Ein lokales Handwerksportal kann Ihr stärkster SEO-Konkurrent sein, auch wenn Sie sich nicht als Mitbewerber wahrnehmen.

HEEY empfiehlt, Ahrefs nicht isoliert zu nutzen, sondern in Kombination mit der Google Search Console. Während Ahrefs externe Perspektiven und Wettbewerbsdaten liefert, zeigt die Search Console die tatsächlichen Impressionen und Klicks für Ihre eigene Domain – beide Datenquellen zusammen ergeben ein vollständiges Bild.

Häufige Fragen

Ist Ahrefs auch für kleine lokale Unternehmen geeignet?

Ja, aber der Einsatz muss gezielt sein. Für ein kleines Unternehmen in Wiesbaden oder dem Umland reicht es, den Keywords Explorer für lokale Begriffe, den Site Audit für technische Grundlagen und den Rank Tracker für 20–30 Kernkeywords zu nutzen. Die volle Bandbreite der Features wird erst bei größeren Projekten oder intensivem Wettbewerbsumfeld vollständig ausgeschöpft.

Wie zuverlässig sind die Traffic-Schätzungen in Ahrefs?

Die Zahlen sind Schätzungen auf Basis des Ahrefs-Crawlers und von Clickstream-Daten – sie können je nach Nische und Domain erheblich vom tatsächlichen Traffic abweichen. Als Vergleichsmaßstab zwischen verschiedenen Domains oder zur Trendbeobachtung über Zeit sind sie gut geeignet. Für exakte Traffic-Zahlen der eigenen Website ist die Google Search Console die verlässlichere Quelle.

Welchen Ahrefs-Plan brauche ich als Einsteiger:in?

Für den Einstieg genügt in der Regel der Lite-Plan, der Keyword-Recherche, Backlink-Analyse und einen begrenzten Site Audit ermöglicht. Wer regelmäßig mehrere Projekte betreut oder intensive Wettbewerbsanalysen durchführt, kommt schnell an die Limits des Lite-Plans und benötigt den Standard-Plan. Es empfiehlt sich, zunächst die kostenlose Testversion oder den günstigsten Plan zu testen, bevor ein höherwertiges Abonnement abgeschlossen wird.

Kann ich mit Ahrefs auch Google-My-Business-Rankings verfolgen?

Nein, Ahrefs verfolgt ausschließlich organische Rankings in der klassischen Google-Suche, nicht die lokale Kartensuche (Local Pack). Für die Überwachung von Google-My-Business-Positionen sind spezialisierte Tools wie BrightLocal oder Whitespark besser geeignet. Beide Perspektiven – organische Suche und lokale Kartensuche – sollten in einer vollständigen Local-SEO-Strategie berücksichtigt werden.

Wie oft sollte ich den Site Audit in Ahrefs durchführen?

Für aktive Websites mit regelmäßigen Inhaltsaktualisierungen empfiehlt sich ein wöchentlicher oder zumindest monatlicher Crawl. Ahrefs ermöglicht automatische Audits im gewählten Intervall, sodass Sie bei neuen Fehlern per E-Mail benachrichtigt werden können. Nach größeren technischen Änderungen – etwa einem Relaunch oder CMS-Update – sollte immer unmittelbar ein manueller Audit ausgelöst werden.

Was ist der Unterschied zwischen Domain Rating und Domain Authority?

Domain Rating (DR) ist eine Kennzahl von Ahrefs, Domain Authority (DA) eine vergleichbare Kennzahl von Moz. Beide messen die Stärke eines Backlink-Profils auf einer Skala von 0 bis 100, werden aber nach unterschiedlichen Algorithmen berechnet und sind nicht direkt vergleichbar. Weder DR noch DA sind offizielle Google-Metriken – Google verwendet keinen dieser Werte als direkten Rankingfaktor, auch wenn ein starkes Backlink-Profil positiv auf Rankings wirkt.

Sie möchten Ahrefs Tutorial für Ihr Unternehmen nutzen?

Wir setzen es professionell um – sprechen Sie mit unseren SEO-Expert:innen.

Kostenlose Beratung

Bereit für mehr lokale Anfragen?

Holen Sie sich Ihre kostenlose Sichtbarkeits-Analyse – schnell, ehrlich und unverbindlich.

Kostenlose Analyse