SEO Glossar

Spam Score

Definition

Der Spam Score ist eine von Moz entwickelte Metrik, die auf einer Skala von 0 bis 100 % anzeigt, wie stark ein Linkprofil einer Domain Mustern ähnelt, die Google in der Vergangenheit mit manuellem Spam-Vorgehen oder algorithmischen Abstrafungen assoziiert hat. Ein hoher Wert signalisiert potenziell manipulative oder minderwertige Backlink-Strukturen.

Wer Backlinks aufbaut oder ein bestehendes Linkprofil analysiert, begegnet früher oder später dem Begriff Spam Score. Die Metrik liefert einen schnellen Hinweis darauf, ob eingehende Links das Ranking befördern oder langfristig gefährden könnten. HEEY erklärt, was hinter dem Wert steckt, wie er richtig interpretiert wird und welche konkreten Schritte Websitebetreiber einleiten sollten.

Was ist der Spam Score und wie wird er berechnet?

Der Spam Score wurde von Moz eingeführt und basiert auf einem Machine-Learning-Modell, das Signale aus dem Linkprofil einer Domain auswertet. Moz hat dabei historisch 27 Spam-Flags identifiziert – darunter auffällige Anchor-Text-Verteilungen, ein unnatürlich niedriges Verhältnis von verlinkenden zu verlinkten Domains sowie Merkmale der verlinkenden Seiten selbst wie dünner Content oder fehlende Impressum-Pflichtangaben. Je mehr dieser Flags auf eine Domain zutreffen, desto höher fällt der Spam Score aus.

Wichtig: Der Spam Score ist kein offizieller Google-Wert und hat keinen direkten Einfluss auf das Ranking. Er ist ein Drittanbieter-Signal, das bei der Bewertung eines Linkprofils als Orientierungshilfe dient. Moz aktualisiert das zugrundeliegende Modell regelmäßig, sodass sich der Wert einer Domain im Zeitverlauf verändern kann, ohne dass die Domain selbst etwas geändert hat.

Grenzwerte und Interpretation: Ab wann wird es kritisch?

Moz unterteilt den Spam Score grob in drei Bereiche: Werte von 1–30 % gelten als niedrig und sind in der Regel unbedenklich. Werte zwischen 31–60 % fallen in den mittleren Bereich und sollten genauer geprüft werden. Ab 61 % spricht Moz von einem hohen Spam Score, der eine detaillierte Analyse des Linkprofils nahelegt.

Entscheidend ist dabei immer der Kontext. Eine Domain aus einer von Natur aus linkstarken Branche – etwa Online-Casinos oder Finanzvergleiche – kann einen höheren Spam Score aufweisen, ohne dass dies zwingend ein Problem darstellt. Umgekehrt kann ein mittelhoher Wert bei einem lokalen Dienstleister aus dem Rhein-Main-Gebiet bereits ein Warnsignal sein, wenn die verlinkenden Seiten thematisch völlig unpassend sind. Der Spam Score eines einzelnen Backlinks ist zudem vom Spam Score der gesamten Domain zu unterscheiden: Ein Link von einer Domain mit hohem Spam Score muss nicht automatisch schaden – aber er verdient besondere Aufmerksamkeit.

Relevanz für Local SEO im Rhein-Main-Gebiet

Für lokale Unternehmen in Wiesbaden, Frankfurt, Mainz oder Darmstadt ist ein sauberes Linkprofil besonders relevant, weil die Konkurrenz im Local Pack oft über Backlink-Qualität entschieden wird. Manipulative Linktaktiken – etwa massenhafter Einkauf von Links aus thematisch irrelevanten Verzeichnissen – hinterlassen im Linkprofil Spuren, die den Spam Score in die Höhe treiben und gleichzeitig das Risiko einer Google-Abstrafung erhöhen.

HEEY beobachtet bei Kunden aus dem Rhein-Main-Raum häufig, dass günstig eingekaufte Branchenverzeichnis-Links oder automatisiert verteilte Pressemitteilungen den Spam Score messbar verschlechtern, ohne nennenswerten SEO-Nutzen zu erzeugen. Wer lokal sichtbar bleiben möchte, sollte deshalb bei jedem Linkaufbau die Qualität der verlinkenden Domain prüfen – nicht nur deren Domain Authority oder Domain Rating.

Abgrenzung: Spam Score vs. Trust Flow vs. Domain Authority

Der Spam Score wird häufig mit dem Trust Flow von Majestic oder der Domain Authority von Moz verwechselt oder gleichgesetzt. Trust Flow misst die Qualität eines Linkprofils anhand der Nähe zu vertrauenswürdigen Seed-Sites – ein hoher Trust Flow ist positiv. Der Spam Score hingegen ist ein Risikoindikator: Ein hoher Wert ist negativ. Beide Metriken ergänzen sich, messen aber unterschiedliche Aspekte.

Domain Authority und Domain Rating (Ahrefs) sind Prognosemodelle für die Ranking-Stärke einer Domain, berücksichtigen aber nicht primär das Spam-Potenzial einzelner Links. Wer ausschließlich auf DA oder DR schaut, übersieht möglicherweise toxische Backlinks, die trotz hoher Werte das Linkprofil belasten. Eine vollständige Linkanalyse kombiniert deshalb mehrere Metriken und ersetzt maschinelle Kennzahlen nie durch manuelle Prüfung der verlinkenden Seiten.

Konkrete Maßnahmen: Spam Score senken und Linkprofil bereinigen

Ein erhöhter Spam Score erfordert zunächst eine systematische Bestandsaufnahme aller eingehenden Links. HEEY empfiehlt folgendes Vorgehen:

  • Backlink-Export aus Google Search Console, Ahrefs oder Moz als Ausgangsbasis nutzen.
  • Manuelle Sichtung der Links mit dem höchsten Spam Score: Ist die verlinkende Seite thematisch relevant? Existiert sie überhaupt noch? Wirkt sie wie eine Link-Farm?
  • Kontaktaufnahme mit dem Websitebetreiber und Bitte um Entfernung des Links – dokumentiert und nachweisbar.
  • Disavow-Datei in der Google Search Console einreichen, wenn Links nach wiederholter Anfrage nicht entfernt werden und ein reales Abstrafungsrisiko besteht.
  • Regelmäßiges Monitoring einrichten, damit neu entstandene toxische Links frühzeitig erkannt werden.

Wichtig: Das Disavow-Tool sollte nur bei begründetem Verdacht auf manipulative Links eingesetzt werden. Übermäßiger Einsatz kann dazu führen, dass wertvolle Backlinks versehentlich entwertet werden. HEEY rät, jeden Disavow-Schritt sorgfältig zu dokumentieren und ausschließlich auf Links anzuwenden, die nach manueller Prüfung eindeutig als schädlich eingestuft wurden.

Typische Fehler im Umgang mit dem Spam Score

In der Praxis begegnet HEEY immer wieder denselben Missverständnissen rund um den Spam Score:

  • Panik bei einzelnen Links mit hohem Spam Score: Ein einzelner schlechter Link schadet in der Regel nicht. Erst ein systematisch belastetes Linkprofil wird zum Problem.
  • Blindes Disavowen auf Basis des Spam Scores allein: Ohne manuelle Prüfung werden häufig auch neutrale oder sogar wertvolle Links abgelehnt.
  • Verwechslung von Domain-Spam-Score und Link-Spam-Score: Moz weist beiden Werte aus – sie sind nicht identisch und müssen getrennt interpretiert werden.
  • Fehlende Regelmäßigkeit: Ein einmaliger Audit reicht nicht. Linkprofile verändern sich kontinuierlich durch neue eingehende Links, die ohne aktives Zutun entstehen können.
  • Ignorieren des Spam Scores beim Linkaufbau: Wer neue Backlinks akquiriert, sollte vor der Veröffentlichung den Spam Score der Zieldomain prüfen – nicht erst danach.

Best Practice ist ein quartalsweises Linkprofil-Monitoring kombiniert mit einer klaren internen Richtlinie, ab welchem Schwellenwert eine manuelle Prüfung ausgelöst wird. So bleibt das Linkprofil langfristig sauber und das Risiko algorithmischer oder manueller Abstrafungen durch Google minimiert.

Spam Score im Kontext von Google-Updates und manuellen Maßnahmen

Googles Spam-Bekämpfung hat sich mit dem Penguin Update, dem Spam Update und dem Einsatz von SpamBrain erheblich verschärft. Während frühere Algorithmen vor allem auf Keyword-Stuffing und offensichtliche Link-Manipulationen reagierten, erkennt Google heute auch subtilere Muster wie Link-Netzwerke, gekaufte Gastbeiträge und PBNs (Private Blog Networks) zuverlässig. Der Spam Score von Moz bildet diese Entwicklung in seinem Modell nach – ist aber immer eine Annäherung, keine Gewissheit.

Wer eine Manual Penalty von Google erhalten hat, sollte den Spam Score als Diagnosewerkzeug nutzen, aber nicht als alleinige Grundlage für eine Reconsideration Request. Google bewertet das Linkprofil nach eigenen, nicht öffentlich bekannten Kriterien. Ein bereinigtes Linkprofil, das im Moz-Tool einen niedrigen Spam Score zeigt, ist dennoch ein starkes Signal dafür, dass die Bereinigung substanziell und nicht nur kosmetisch war.

Passend dazu: Backlink-Audit & Disavow von HEEY
Mehr erfahren →

Häufige Fragen

Was ist ein guter Spam Score?

Werte unter 30 % gelten laut Moz als niedrig und sind in den meisten Fällen unbedenklich. Entscheidend ist jedoch immer der Kontext: Branche, Linkprofil-Zusammensetzung und die manuelle Prüfung auffälliger Links spielen eine größere Rolle als der nackte Prozentwert allein.

Wie kann ich meinen Spam Score senken?

Durch eine systematische Backlink-Analyse werden toxische Links identifiziert. Anschließend sollten Betreiber verlinkender Seiten kontaktiert und um Entfernung gebeten werden. Reagieren diese nicht, kann eine Disavow-Datei in der Google Search Console eingereicht werden. Parallel dazu sollte der Aufbau neuer, hochwertiger Backlinks fortgesetzt werden, um das Verhältnis zu verbessern.

Beeinflusst der Spam Score direkt das Google-Ranking?

Nein. Der Spam Score ist eine Moz-eigene Metrik und kein offizielles Google-Signal. Google nutzt eigene, nicht öffentlich bekannte Algorithmen zur Spam-Erkennung. Der Spam Score dient als Orientierungshilfe bei der Linkprofilanalyse, ersetzt aber keine direkte Prüfung durch Google Search Console oder manuelle Expertise.

Warum steigt der Spam Score einer Domain, obwohl ich nichts geändert habe?

Moz aktualisiert sein Bewertungsmodell regelmäßig, sodass sich der Spam Score einer Domain auch ohne eigenes Zutun verändern kann. Zudem können neue eingehende Links – etwa von Link-Farms, die automatisiert Domains verlinken – den Wert in die Höhe treiben, ohne dass der Websitebetreiber diese Links selbst gesetzt hat. Regelmäßiges Monitoring ist deshalb unerlässlich.

Wann sollte ich das Disavow-Tool einsetzen?

Das Disavow-Tool sollte ausschließlich bei eindeutig manipulativen Links eingesetzt werden, die nach manueller Prüfung als schädlich eingestuft wurden und nicht auf anderem Weg entfernt werden konnten. Google selbst empfiehlt den Einsatz nur bei begründetem Verdacht auf eine manuelle Maßnahme oder bei nachweislich unnatürlichem Linkaufbau – nicht als präventive Maßnahme bei jedem Link mit erhöhtem Spam Score.

Wie unterscheidet sich der Spam Score eines Links vom Spam Score einer Domain?

Moz weist beide Werte separat aus. Der Domain-Spam-Score bewertet das gesamte Linkprofil einer Domain, während der Link-Spam-Score die Qualität eines einzelnen Backlinks einschätzt. Ein Link von einer Domain mit hohem Spam Score kann das eigene Linkprofil belasten, muss es aber nicht zwingend – entscheidend ist die Gesamtbetrachtung aller eingehenden Links.

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