Nofollow ist ein HTML-Link-Attribut (rel="nofollow"), das Suchmaschinen-Crawlern signalisiert, dem verlinkten Ziel keinen Linkjuice weiterzugeben und den Link beim Ranking nicht zu berücksichtigen. Es steuert damit, welche Verknüpfungen im Web als redaktionelle Empfehlung gewertet werden.
Wer Links auf seiner Website setzt oder erhält, entscheidet damit indirekt über die Verteilung von Ranking-Signalen im gesamten Web. Das Nofollow-Attribut gibt Website-Betreibern und SEO-Profis ein präzises Werkzeug an die Hand, um diese Signalweitergabe gezielt zu steuern. HEEY erklärt, was hinter dem Attribut steckt, wann es sinnvoll ist und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.
Was ist Nofollow und wie funktioniert es technisch?
Das Nofollow-Attribut wird als rel="nofollow" direkt im HTML-Anker-Tag eines Links gesetzt: <a href="https://example.com" rel="nofollow">Linktext</a>. Es ist eine Direktive an Suchmaschinen-Crawler, diesem Link beim Indexierungs- und Ranking-Prozess kein Gewicht beizumessen. Google hat das Attribut 2005 eingeführt, um Spam in Kommentarspalten und Foren einzudämmen.
Seit September 2019 behandelt Google Nofollow als Hinweis (Hint), nicht mehr als strikte Anweisung. Das bedeutet: Google kann einem Nofollow-Link trotzdem folgen und die Zielseite crawlen, gibt aber in der Regel keinen PageRank weiter. Für die Praxis ändert sich dadurch wenig, die grundsätzliche Funktion bleibt dieselbe – die Weitergabe von Linkjuice wird unterbunden.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Link-Level und Seiten-Level: Das Nofollow-Attribut gilt ausschließlich für den einzelnen Link. Soll eine gesamte Seite von der Indexierung ausgeschlossen werden, ist das Meta-Robots-Tag mit dem Wert „noindex“ das richtige Mittel – nicht Nofollow.
Nofollow, UGC und Sponsored: Die drei Link-Attribute im Überblick
Mit der Aktualisierung von 2019 führte Google zwei neue Attributwerte ein, die semantisch präziser kommunizieren, warum ein Link nicht als redaktionelle Empfehlung gilt:
- rel="nofollow": Allgemeiner Hinweis, dass kein Vertrauen weitergegeben werden soll – geeignet für alle Fälle, in denen keiner der spezifischeren Werte passt.
- rel="ugc" (User Generated Content): Für Links in Nutzerinhalten wie Kommentaren, Forenbeiträgen oder Bewertungen. Signalisiert Google, dass der Websitebetreiber den Link nicht redaktionell gesetzt hat.
- rel="sponsored": Für bezahlte Links, Affiliate-Links und Advertorials. Die Nutzung ist laut Google-Richtlinien bei kommerziellen Vereinbarungen verpflichtend, um manuelle Abstrafungen zu vermeiden.
Mehrere Werte lassen sich kombinieren: rel="nofollow sponsored" ist valide und wird von Google problemlos verarbeitet. Wer bisher konsequent Nofollow für alle nicht-redaktionellen Links eingesetzt hat, muss nicht zwingend auf UGC oder Sponsored umstellen – Google akzeptiert Nofollow weiterhin als Oberbegriff.
Abgrenzung zu Dofollow und häufige Verwechslungen
„Dofollow“ ist kein offizielles HTML-Attribut, sondern ein informeller Begriff der SEO-Community für Links ohne Nofollow-Attribut. Ein Standard-Anker-Tag ohne rel-Attribut ist automatisch ein Dofollow-Link und gibt PageRank weiter. Wer versehentlich rel="dofollow" in den Code schreibt, erzielt damit keinen Effekt – Browser und Crawler ignorieren diesen Wert.
Eine weitere häufige Verwechslung betrifft Nofollow und Noindex. Nofollow steuert die Linkjuice-Weitergabe, Noindex verhindert die Aufnahme einer Seite in den Suchindex. Beide Direktiven sind unabhängig voneinander und lösen unterschiedliche Probleme. Ein Nofollow-Link auf eine Seite verhindert nicht, dass diese Seite indexiert wird – sie kann über andere Wege crawlbar und indexierbar bleiben.
Ebenfalls zu unterscheiden ist Nofollow vom Disavow-Tool der Google Search Console. Disavow wird eingesetzt, um eingehende Backlinks aus dem eigenen Linkprofil zu entwerten, auf die man keinen Einfluss hat. Nofollow hingegen steuert ausgehende Links auf der eigenen Website.
Relevanz für Local SEO und Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet
Für lokale Unternehmen in Wiesbaden, Frankfurt, Mainz und dem gesamten Rhein-Main-Gebiet spielt die korrekte Handhabung von Nofollow eine unterschätzte Rolle. Branchenverzeichnisse, Stadtportale und regionale Nachrichtenwebsites setzen ausgehende Links häufig automatisch auf Nofollow. Das bedeutet: Ein Eintrag im Wiesbadener Stadtportal überträgt zwar Sichtbarkeit und Klicks, aber keinen direkten PageRank.
Trotzdem sind solche Nofollow-Backlinks für Local SEO wertvoll. Google nutzt sie als Hinweis auf die Relevanz und Vertrauenswürdigkeit eines lokalen Unternehmens – insbesondere wenn NAP-Daten (Name, Address, Phone) konsistent sind. Zudem generieren Nofollow-Links aus gut frequentierten regionalen Quellen echten Referral-Traffic, der unabhängig von SEO-Effekten Neukunden bringt.
HEEY empfiehlt lokalen Unternehmen im Rhein-Main-Raum, beim Linkaufbau nicht ausschließlich auf Dofollow-Links zu setzen. Ein natürliches Linkprofil enthält stets eine gesunde Mischung aus beiden Typen. Ein Portfolio, das zu fast 100 Prozent aus Dofollow-Links besteht, wirkt für Google unnatürlich und kann als Manipulationsversuch gewertet werden.
Wann sollte Nofollow gesetzt werden? Konkrete Anwendungsfälle
Die Entscheidung, einen Link mit Nofollow zu versehen, sollte bewusst und regelkonform getroffen werden. Typische Szenarien, in denen Nofollow gesetzt werden sollte:
- Bezahlte Links und Advertorials: Jeder Link, für den direkt oder indirekt eine Gegenleistung erbracht wurde, muss laut Google-Richtlinien als Sponsored oder Nofollow gekennzeichnet sein.
- Nutzerkommentare und Forenbeiträge: Links in UGC-Bereichen sollten standardmäßig Nofollow oder UGC erhalten, da der Betreiber keine Kontrolle über die Qualität der verlinkten Ziele hat.
- Affiliate-Links: Provisionsbasierte Links fallen unter die Sponsored-Kategorie und müssen entsprechend ausgezeichnet sein.
- Login- und Registrierungsseiten: Interne Links zu Seiten ohne SEO-Relevanz (z. B. Warenkorb, Datenschutz-Formular) können mit Nofollow versehen werden, um Crawl Budget zu schonen – obwohl Google hier mittlerweile selbst priorisiert.
- Links zu nicht vertrauenswürdigen Quellen: Wer auf externe Inhalte verlinken muss, deren Qualität unsicher ist, schützt das eigene Linkprofil durch Nofollow.
Redaktionelle Links zu hochwertigen, themenrelevanten Quellen sollten hingegen grundsätzlich als Dofollow-Links gesetzt werden. Das stärkt die inhaltliche Glaubwürdigkeit und entspricht dem natürlichen Verlinkungsverhalten, das Google honoriert.
Typische Fehler und Best Practices im Umgang mit Nofollow
In der Praxis beobachtet HEEY immer wieder dieselben Fehler beim Einsatz des Nofollow-Attributs:
- Übermäßiger interner Nofollow-Einsatz: Wer interne Links pauschal mit Nofollow belegt, um PageRank zu „sculpen“, schadet sich selbst. Google ignoriert diese Praxis weitgehend und verteilt den Linkjuice trotzdem auf alle verlinkten Seiten, ohne ihn auf die Dofollow-Ziele zu konzentrieren.
- Fehlende Kennzeichnung bezahlter Links: Sponsored Posts oder Affiliate-Links ohne Nofollow bzw. Sponsored-Attribut verstoßen gegen die Google-Webmaster-Richtlinien und können zu manuellen Abstrafungen führen.
- Nofollow statt Noindex verwechseln: Sensible Seiten wie interne Suchergebnisseiten oder Staging-Umgebungen werden fälschlicherweise nur mit Nofollow-Links versehen, bleiben aber indexierbar.
- Veraltete UGC-Systeme ohne automatisches Nofollow: Ältere CMS oder Foren-Plugins setzen Nutzerlinks nicht automatisch auf Nofollow – ein regelmäßiger Audit deckt solche Lücken auf.
Best Practice ist eine klare interne Richtlinie: Redaktionelle Links sind Dofollow, alles Bezahlte und Nutzergenerierte erhält Nofollow oder den spezifischeren Attributwert. Ein regelmäßiger Backlink-Audit hilft zudem, eingehende Links zu überwachen und bei Bedarf das Disavow-Tool gezielt einzusetzen.
Nofollow im Kontext moderner SEO-Strategien
Mit der wachsenden Bedeutung von E-E-A-T (Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness) gewinnt ein natürliches, sauberes Linkprofil weiter an Gewicht. Nofollow-Links aus autoritären Quellen – etwa Nachrichtenportalen, Wikipedia oder großen Branchenverzeichnissen – sind ein klares Signal für Vertrauen und Bekanntheit, auch wenn sie keinen direkten PageRank übertragen.
Im Kontext von Digital PR und Linkbuilding empfiehlt HEEY, Nofollow-Erwähnungen nicht als wertlos abzutun. Eine Erwähnung in einem regionalen Leitmedium oder einem bundesweiten Fachmagazin steigert die Markenbekanntheit, generiert Traffic und stärkt indirekt die Domain Authority – selbst wenn der Link technisch kein Linkjuice weitergibt. Langfristig können solche Erwähnungen zudem dazu führen, dass andere Websites den Link als Dofollow-Referenz aufgreifen.
Wer seine SEO-Strategie auf ein solides Fundament stellen möchte, sollte Nofollow als eines von vielen Instrumenten begreifen: nicht als Allheilmittel und nicht als vernachlässigbare Kleinigkeit, sondern als präzises Signal innerhalb eines durchdachten Gesamtkonzepts.
Häufige Fragen
Was bewirkt das Nofollow-Attribut konkret?
Das Nofollow-Attribut teilt Suchmaschinen mit, dass ein Link keine Empfehlung darstellt und kein PageRank (Linkjuice) an die Zielseite weitergegeben werden soll. Seit 2019 behandelt Google es als Hinweis, nicht als absolute Anweisung – kann dem Link also in Ausnahmefällen trotzdem folgen, ohne Ranking-Signale zu übertragen.
Wann muss ich einen Link zwingend auf Nofollow setzen?
Laut Google-Richtlinien müssen bezahlte Links, Affiliate-Links und Advertorials mit rel="sponsored" oder rel="nofollow" gekennzeichnet sein. Für Links in nutzergenerierten Inhalten wie Kommentaren empfiehlt Google rel="ugc". Wer diese Kennzeichnungen weglässt, riskiert eine manuelle Abstrafung durch Googles Spam-Team.
Haben Nofollow-Backlinks keinen SEO-Wert?
Nofollow-Backlinks übertragen keinen direkten PageRank, sind aber keineswegs wertlos. Sie liefern echten Referral-Traffic, stärken die Markenbekanntheit und sind Teil eines natürlichen Linkprofils, das Google als Vertrauenssignal wertet. Für Local SEO sind Nofollow-Einträge in regionalen Verzeichnissen besonders relevant, wenn die NAP-Daten konsistent sind.
Wie unterscheidet sich Nofollow von Noindex?
Nofollow ist ein Attribut auf Link-Ebene und steuert die Weitergabe von Linkjuice. Noindex ist eine Meta-Direktive auf Seitenebene und verhindert, dass eine Seite in den Suchindex aufgenommen wird. Beide Direktiven sind unabhängig voneinander – ein Nofollow-Link auf eine Seite verhindert deren Indexierung nicht.
Sollte ich interne Links auf Nofollow setzen, um PageRank zu steuern?
Nein. Die früher verbreitete Praxis des „PageRank Sculpting“ durch interne Nofollow-Links ist seit Jahren überholt. Google verteilt den Linkjuice intern unabhängig davon, ob Nofollow gesetzt ist. Übermäßiger interner Nofollow-Einsatz kann die interne Verlinkungsstruktur beschädigen, ohne einen messbaren SEO-Vorteil zu bringen.
Wie erkenne ich, ob ein Backlink Nofollow oder Dofollow ist?
Im Quellcode einer Seite ist ein Nofollow-Link an rel="nofollow", rel="ugc" oder rel="sponsored" erkennbar. Praktischer ist der Einsatz von SEO-Tools wie Ahrefs, Semrush oder der Google Search Console, die Backlinks automatisch nach Linktyp filtern und so einen schnellen Überblick über das eigene Linkprofil liefern.
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